Römischer Centurio *4 )
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I. Geschichte
Der römische Schriftsteller und Historiker PUBLIUS CORNELIUS TACITUS ( ca. 55 – 120 n. Chr. ) hat in seinen HISTORIEN erstmalig den Begriff NOVAESIUM in der Literatur eingeführt. Seine eindrucksvolle Schilderung des Bataveraufstandes lässt den Schluss zu, dass NOVAESIUM im heutigen Stadtgebiet von Neuss zu finden ist.
Die von Constantin Koenen ausgegrabenen Fundamentreste eines nahezu kompletten römischen Legionslagers an der Erftmündung sind eines der ältesten Zeugnisse Neusser Stadtgeschichte. Bereits um 71 n. Chr. bestand auf dem Gebiet der heutigen Stadt Neuss eine stadtähnliche Gruppierung, in deren Mitte ein aus Stein gebautes römisches Legionslager lag. Man kann davon ausgehen, dass zur damaligen Zeit an der Erftmündung rund 7.500 Menschen im Legionslager *1), ca. 1.200 Menschen in der Lagervorstadt und in den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben lebten. Diese massive Ansammlung hatte politische Gründe, den Novaesium war einer der 6 Legionsstandorte *2), die zeitweise für die römische Präsenz und Sicherheit des gesamten germanischen Limes zuständig waren 3*).
An der Erftmündung bestand von 16/15 v. Chr. bis 274 n. Chr. eine römische Garnison. Es gab dort 12 unterschiedliche römische Lager. Das herausragendste war das Legionslager CASTRUM NOVAESIUM, auch Koenen Lager genannt, das von 43 bis 103 n. Chr. bestand.
43 n. Chr. von der XVI LEGIO GALLICIA gebaut, beim Bataveraufstand 69 n. Chr. zerstört, wurde das Lager von der VI LEGIO VICTRIX neu errichtet. Bisher wurden vier unterschiedliche Bauweisen des Legionslagers entdeckt und zwar von 43 bis 69 n. Chr. zwei Erd/Holzbauphasen und von 70 bis 103 n. Chr. zwei Steinbauphasen. Die letzte Bauphase des Lagers wurde von der VI LEGIO VICTRIX im Zeitraum um 80 n. Chr. ausgeführt.
Nach einem Brand im Lager zwischen 92 und 96 n. Chr. wurde die letzte stationierte VI LEGIO VICTRIX schrittweise nach Vetera ( Xanten ) verlegt.
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